Quatuor Ébène > Audi Sommerkonzerte 2020

Audi Sommerkonzerte 2020

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Quatuor Ébène

„Ein Streichquartett, das sich mühelos in eine Jazzband verwandeln kann“ titelte die New York Times nach einem Auftritt des Quatuor Ébène 2009, bei dem das Ensemble zunächst Debussy und Haydn spielte, um danach über Filmmusik zu improvisieren, beides mit demselben Enthusiasmus und derselben Leidenschaft.

Was 1999 als Zerstreuungsübung vier junger französischer Musiker in den Proberäumen der Universität begann, wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ébène und sorgte für einen nachhaltigen Paukenschlag in der Musikszene. Die vier hauchten der Kammermusik neuen Atem ein, indem sie stets einen direkten und unvoreingenommenen Blick auf die Werke haben und dabei voller Demut und Respekt der Musik entgegentreten, ganz gleich welcher Gattung. Sie wechseln so lustvoll zwischen den Stilen und bleiben doch ganz sie selbst: mit all ihrer Leidenschaft, die sie für jedes aufgeführte Stück empfinden und ungekünstelt und direkt auf die Bühne bringen und somit auch auf das Publikum übertragen.

Einen Begriff für ihren Stil gibt es nicht, sie haben ihren eigenen geschaffen. Ihr traditionelles Repertoire leidet keinesfalls unter der Beschäftigung mit anderen Gattungen; vielmehr erzeugt der freie Umgang mit diversen Stilen eine Spannung, die jedem Aspekt des künstlerischen Wirkens gut tut. Diese Vielschichtigkeit im musikalischen Œuvre wurde von Beginn an begeistert von Publikum und Kritikern aufgenommen.

Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der beispiellose und herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004. Damit begann der Aufstieg des Quatuor Ébène, der in zahlreichen weiteren Preisen und Auszeichnungen mündete. So war das Quartett z.B. 2007 Preisträger des Borletti-Buitoni Trusts und wurde 2019, als erstes Ensemble, mit dem Preis der Frankfurter Musikmesse ausgezeichnet.

2005 wurde das Quartett mit dem Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung ausgezeichnet, die den Musikern seither besonders eng verbunden ist.

Mit ihrem charismatischen Spiel, ihrem frischen Zugang zur Tradition und dem offenen Umgang mit neuen Formen gelingt es den Musikern, einen weiten und jüngeren Zuschauerkreis zu begeistern und dieses in regelmäßigen Meisterkursen im Conservatoire Paris zu vermitteln.

Die Alben des Quatuor Ébène mit Einspielungen von Haydn, Bartók, Debussy, Fauré, Mozart und den Mendelssohn-Geschwistern wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gramophone, BBC Music Magazine und dem Midem Classic Award. Das 2010 erschienene Album „Fiction“ mit Jazz-Arrangements, das Crossover Album „Brazil“ (2014) und die Platte „Eternal Stories“ (mit Michel Portal, Mai 2017) manifestiert ihre besondere Stellung in der Kammermusikszene. Im Herbst 2014 veröffentlichte Erato den Livemitschnitt (Album und DVD) von „A 90th Birthday celebration“, Menahem Presslers Geburtstagskonzert in Paris. In 2015 & 2016 haben die Musiker sich dem Thema „Lied“ gewidmet. So wirkten sie an dem Album „Green (Mélodies françaises)“ von Philippe Jaroussky (BBC Music Magazine Award 2016) mit und veröffentlichten ein Schubert Album mit Matthias Goerne (Arrangements für Streichquartett, Bariton und Kontrabass von Raphaël Merlin) und dem Schubert Streichquintett mit Gautier Capuçon.

Von April 2019 bis Januar 2020 befand sich das Quatuor Ébène unter dem Motto „Beethoven Live Around the World“ auf einer Welttournee mit Konzerten in Nordamerika, Südamerika, Afrika, Australien & Neuseeland, Asien und Europa. Jede dieser 7 Tourneen endete mit einer Live-Aufnahme (Perelman Theater Philadelphia, Wiener Konzerthaus, Suntory Hall Tokyo, Sala São Paulo, Melbourne Recital Centre, Alliance Française Nairobi, Philharmonie de Paris). Diese Aufnahmen sind im Frühjahr 2020 als Box bei Warner/Erato erschienen.

Zu seinem 20. Jubiläum und dem 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven spielt das Quartett im Jahr 2020 den gesamten Beethoven Zyklus, u.a. in der Carnegie Hall New York, der Alten Oper Frankfurt, dem Wiener Konzerthaus, im Concertgebouw Brugge, der Philharmonie de Paris und beim Verbier Festival.

Bildnachweis:

© Julien Mignot