Abendprogramm 25. Juli 2026
Der Fischer und seine Frau – Puppentheater

Bildnachweis: © Kristine Stahl
Programm
Samstag, 25. Juli 2026
Beginn: 17 Uhr
Ort: museum mobile im Audi Forum Ingolstadt
Karten: Erwachsene 16 Euro / Kinder 12 Euro / freie Platzwahl
Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren
Der Fischer und seine Frau – Puppentheater
Annika Pilstl, Puppenspielerin
Ensemble der Städtischen Simon-Mayr-Sing-und Musikschule Ingolstadt
Carola Schlagbauer, Leitung
Der Fischer und seine Frau
Puppentheater nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm
Bühnenfassung: Annika Pilstl
(Dauer: ca. 50 Minuten)
Künstlerinnen/Künstler

© Freepik
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Werktext
Froh zu sein bedarf es wenig …
Der Fischer und seine Frau
Was wäre, wenn … sich jeder Wunsch erfüllen würde? Eine Frage, die in der Geschichte vom Fischer und seiner Frau verhandelt wird, die Jacob und Wilhelm Grimm unter der Nummer 19 in ihre Kinder- und Hausmärchen aufgenommen haben – direkt vor Das Tapferen Schneiderlein und Aschenputtel. Die epochale Sammlung mit Klassikern wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Frau Holle, die in mehr als 160 Sprachen übersetzt wurde und den Brüdern zu Weltruhm verhalf, sollte laut Vorwort „erfreue[n], wen sie erfreuen kann“. Wohl niemand ahnte, dass das Ganze als erste systematische Zusammenstellung und wissenschaftliche Dokumentation der europäischen und orientalischen Märchentradition neben der Lutherbibel zum bekanntesten und am weitesten verbreiteten Buch der deutschen Kulturgeschichte werden sollte.
Ursprünglich sollten die Märchen, die von der Unesco ins Weltdokumentenerbe aufgenommen wurden, Leserinnen und Lesern dabei helfen, Konflikte durchzustehen, Probleme zu lösen und dabei zuversichtlich zu bleiben. In der Geschichte vom Fischer und seiner Frau, das in mehreren Varianten aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen überliefert ist, geht es letzten Endes um die eine zentrale Frage: Was brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein? Denn erzählt wird die Geschichte, wie eine Fischer einem großen Plattfisch (der sich als verzauberter Prinz entpuppt hat) das Leben schenkt – woraufhin dieser der Frau des Fischers alle nur denkbaren Wünsche erfüllt. Doch der neue Reichtum führt nicht zur Zufriedenheit, weshalb die Wünsche immer maßloser werden. Und obwohl der Zauberfisch warnende Signale aussendet, geht am Ende alles wieder verloren.
Aus heutiger Sicht wirkt das Märchen vom Fischer und seiner Frau wie ein Spiegelbild der modernen Konsumgesellschaft mit ihrem ständigen Verlangen nach mehr Geld, Status und Einfluss. Kaum ist ein Wunsch erfüllt, entsteht sofort der nächste – ähnlich wie in der Welt von Social Media, in der der Vergleich mit anderen oft zur treibenden Kraft wird. Die moderne Deutung des Märchens zeigt: Wer sein Glück nur an Materielles und sozialen Status knüpft, läuft Gefahr, immer unzufrieden zu sein. Zur Zeit der Erstausgabe von Grimms Kinder- und Hausmärchen, die 1812, drei Jahre vor Napoleons endgültiger Niederlage in der Schlacht bei Waterloo erschien, wurde Der Fischer und seiner Frau übrigens als politische Allegorie gelesen: als Kritik an dem scheinbar grenzenlosen Machtanspruch Bonapartes.
Allgemeines
Veranstalter
AUDI AG
Kommunikation Kultur
85045 Ingolstadt
Text und Biografien
Harald Hodeige