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Interview Rallye Dakar | Audi Deutschland
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„Wir sind bereit“

„Wir sind bereit“

Carlos Sainz und Lucas Cruz gehen für Audi bei der wohl härtesten Rallye der Welt an den Start. Was in den letzten Tagen vor der Rallye Dakar wichtig ist, erklären sie im Interview.

Text: AUDI AG - Fotos: Julian Rausche, AUDI AG - Film: AUDI AG Lesezeit: 6 min

Carlos Sainz und Lucas Cruz im Cockpit des Audi RS Q e-tron.

Hr. Sainz, Hr. Cruz, nach vielen Tests, und einer harten Vorbereitung: Was bleibt Ihnen persönlich, unmittelbar vor einem Start in die Rallye noch zu tun?
Lucas Cruz:
Ich konzentriere mich auch auf mein Fitness-Level, um die letzten Prozentpunkte zu optimieren. Zudem erhalten wir kurz vor Rennstart neue Vorabinformationen zur Route, und als Copilot setze ich mich damit sehr intensiv damit auseinander.
Carlos Sainz: Wir tun alles dafür, um auf den Punkt fit zu sein.

El Matador

Mit über vierzig Jahren Erfahrung gilt Carlos Sainz als Grandseigneur des internationalen Rallyesports. Der Spanier, Spitzname „El Matador“, gewann bisher dreimal die Rallye Dakar, war zweimal Rallye-Weltmeister und einmal Weltcup-Sieger der Marathon-Rallyes. Ein Champion war Carlos Sainz bereits, bevor er seinen ersten Titel auf vier Rädern gewann: Im Alter von 16 Jahren wurde er 1979 Spanischer Meister im Squash

Carlos Sainz bereitet sich auf einen Einsatz im Testfahrzeug vor.

Carlos Sainz sieht Parallelen zwischen dem Dakar-Projekt und der Einführung von quattro in den Rennsport in den frühen 1980er-Jahren.

Nur mit harter Arbeit und Disziplin kann man die Dakar bewältigen.

Carlos Sainz

Blick in eine Wüstenlandschaft über das Heck des Audi RS Q e-tron hinweg.

Die exakten Informationen zu den Etappen erhalten Sie aber erst unmittelbar vor dem jeweiligen Start, nicht wahr?
Cruz:
Das stimmt. Das sogenannte Roadbook wird erst 15 Minuten vor dem Start ausgegeben. Das lässt uns sehr wenig Zeit zur Vorbereitung.
Sainz: Zudem ändert sich auch jedes Jahr die Philosophie der Roadbooks. Wir können uns deshalb nur bedingt auf unseren Erfahrungsschatz verlassen.

Wie kann man Philosophie in diesem Fall verstehen?
Sainz:
Ich meine damit die Art und Weise, wie das Roadbook geschrieben ist. Wir alle haben ein bestimmtes Verständnis der Dinge, interpretieren Informationen unterschiedlich. Vor diesem Hintergrund ist einigen Roadbooks leichter, anderen schwerer zu folgen.
Cruz: Darin liegt auch ein Teil meiner Aufgaben: die gegebenen Informationen zu interpretieren und für Carlos zu übersetzen. Wir mögen keine Überraschungen.

Die Dakar startet in der Regel zum Jahreswechsel: Wie verbringen Sie eigentlich die Feiertage?
Sainz:
Die Weihnachtstage verbringen wir mehr oder weniger normal mit unseren Familien. Zum Jahreswechsel sind wir dann vor Ort. Das ist für uns aber keine große Sache. Ich bin es gewohnt, Silvester mit Lucas zu feiern und mit ihm die zwölf Trauben zu teilen – so ist es Tradition in Spanien.
Cruz: Glücklicherweise kann ich meinen Geburtstag am 26. Dezember meistens noch mit meiner Familie feiern. Aber man muss ehrlich sagen: Für uns beginnt die Rallye bereits, wenn wir unsere Sachen gepackt haben und ins Flugzeug steigen. Dann denkt man an nichts anderes mehr.

Und wie sehen die letzten Tage vor der Abreise beziehungsweise dem Start bei Ihnen aus?
Cruz:
Ich versuche mich bereits an die Zeitverschiebung zwischen Spanien und dem Austragungsort der Dakar zu gewöhnen. Vor Ort geht es dann darum, alles rund ums Auto zu überprüfen und sich im Motorhome häuslich einzurichten. Wenn die Rallye erst einmal startet, hat man dazu kaum mehr Gelegenheit.
Sainz: Darum sollte man sein Gepäck sehr aufmerksam und sorgfältig packen und verstauen. Es ist sehr ärgerlich, wenn man mitten in der Wüste merkt, dass man etwas vergessen hat.

Was sagen eigentlich Ihre Familien zu dem Ganzen?
Cruz:
Meine Familie steht voll hinter mir. Das ist genau das Leben, das ich mir ausgesucht habe. Letztlich gibt es die Dakar nur einmal im Jahr.
Sainz: Meine Frau ist schon so lange an meiner Seite, sie weiß, dass dieser Sport, dieser Lifestyle mich glücklich macht. Und genau das möchte sie ja: dass ich glücklich bin.

Der Routinier

Als Beifahrer von Carlos Sainz hat Lucas Cruz die Rallye Dakar bereits dreimal gewonnen. Seit über zwölf Jahren bestreiten sie zusammen Marathon-Rallyes. Kennengelernt haben sie sich 1994, als Carlos Sainz ein Förderprojekt für den spanischen Rallye-Nachwuchs betreute, an dem Cruz teilnahm. Seitdem schätzen sie sich und sind eng befreundet.

Portrait von Lucas Cruz im Rennoverall.

Lucas Cruz begeistert nicht nur die Aussicht, Langstreckenrallyes zu gewinnen, sondern auch die Technologie des Audi RS Q e-tron.

Das ist genau das Leben, das ich mir ausgesucht habe.

Lucas Cruz

Seitenansicht des Audi RS Q e-tron in der Dämmerung.
Audi
Carlos Sainz und Lucas Cruz beim Handshake.

Können Ihre Familien Sie wenigstens während der Rallye besuchen?
Sainz:
Ich denke, das ginge. Aber auch wenn es schön wäre, haben wir das noch nie gemacht oder in Betracht gezogen. Schließlich sind wir meistens in sehr entlegenen Gegenden unterwegs.
Cruz: Zudem sind wir eigentlich auch immerzu beschäftigt. Ein Renntag besteht nicht nur daraus, die Etappe zu absolvieren. Etappen müssen vor- und nachbereitet werden, und wir sprechen viel mit Medienvertreter_innen. Da bleibt nur wenig Freizeit.

Haben Sie eigentlich bestimmte Rituale vor dem Start eines Rennens?
Cruz:
Wir haben unsere kleinen Gewohnheiten, aber nichts Außergewöhnliches, würde ich sagen. Unsere Routinen sind sorgfältig geplant, und wir halten uns an unseren Plan, solange Änderungen nicht absolut unumgänglich sind.

Nichts, das man als Aberglaube bezeichnen könnte?
Sainz:
Ich mache das jetzt schon sehr lange und habe viel erlebt. Eine der größten Lektionen dabei: Ein Glücksbringer oder etwas in der Art bringt einen nicht weiter. Nur mit harter Arbeit und Disziplin kann man die Dakar bewältigen.

Audi
 
Der Audi RS Q e-tron.

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