Vier Tänzer in weißer Kleidung bewegen sich auf der Bühne vor Orchester und Chor, blaues Bühnenlicht.

Bildnachweis: © Thorsten Brieger

Dido und Aeneas – Barock trifft Flying Steps

Die Eigenproduktion verbindet Purcells Dido and Aeneas mit urbaner Tanzkultur, Beatbox und modernen Elementen. Unter der Regie von Magdalena Schnitzler entsteht ein interdisziplinäres Gesamtkunstwerk, in dem Sängerinnen, Orchester, Tänzerinnen der Flying Steps und Live Elektronik zusammenwirken. Der Beatboxer Antrix bringt zudem einen zeitgenössischen Sound ein. Ein szenisches Vorspiel im Foyer schafft einen fließenden Übergang zur Aufführung.

Samstag, 4. Juli 2026
Sonntag, 5. Juli 2026

Beginn: 19 Uhr
Ort: Festsaal, Ingolstadt
Karten: 60 / 50 / 40 / 30 Euro

Ab 18 Uhr Vorspiel zur Oper im Foyer des Festsaals

Künstlerinnen/Künstler

Vokalensemble LauschWerk
Martin Steidler, Einstudierung
Kammerphilharmonie Ingolstadt
Flying Steps
Jeff Jimenez, künstlerische Leitung Tanz
Antrix, Loopstation / Beatboxer
Magdalena Schnitzler, Konzept und Regie
Ariel Zuckermann, Leitung

Programm

H. Purcell: Dido und Aeneas

Barocke Affektkunst trifft auf Beatbox und urbane Tanzkultur: Bereits vor zwei Jahren sorgte die Berliner Tanzkompanie Flying Steps in Ingolstadt bei der Aufführung von Henry Purcells Barockspektakel The Fairy Queen für atemberaubende Tanzeinlagen. Nun steht mit Dido and Aeneas ein weiteres Werk des großen Barockmeisters auf dem Programm, der schon von seinen Zeitgenossen als „Orpheus britannicus“ gefeiert wurde. Die tragische Geschichte aus dem vierten Buch von Vergils Aeneis erzählt von Aeneas, den es nach dem Untergang von Troja nach Karthargo verschlägt, wo er sich in die Königin Dido verliebt. Doch dem Helden ist vorbestimmt, Rom zu gründen, weshalb Aneas die Geliebte verlässt, was Dido in den Selbstmord treibt. In Purcells Oper treten an die Stelle der antiken Götter auf dem Olymp die im englischen Restaurationstheater des 17. Jahrhunderts so beliebten Hexenfiguren, diemit Donnermaschine und Furientanz Aeneas’Untergang beschließen. Wie die klassische Vorlage endet das Ganze mit Didos Tod, die in einem großartigen Lamento Abschied vom Leben nimmt. Nicht nur in dieser Szene bildet Purcells packende Musik die gegensätzlichen Affekte, inneren Konflikte und emotionalen Extremzustände ungemein plastisch ab. 

Bei den Audi Sommerkonzerten bringt die versierte Theatermacherin Magdalena Schnitzler Purcells Dido and Aeneas als semi-konzertantes, interdisziplinäres Gesamtkunstwerk auf die Bühne, in dem Gesang, Chor, Orchester, Urban Dance, Live-Elektronik und Live Visuals gleichberechtigt interagieren. Das Vokalensemble LauschWerk wird gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Ingolstadt unter der Leitung von Ariel Zuckermann in einem offenen Bühnenraum platziert, während die Tänzer*innen der Flying Steps die Handlung in einer mitreißenden körperlichen Sprache spektakulär und mit großer physischer Intensität in Szene setzen. An ausgewählten Passagen bringt zudem der Beatboxer und Musikproduzent Antrix Purcells Musik in einen Live-Dialog mit der Gegenwart. Wie bereits bei The Fairy Queen werden auch bei dieser Produktion Kinder und Jugendliche aus Ingolstadt aktiv in das Projekt eingebunden. Bereits vor Beginn der eigentlichen Aufführung beginnt der Abend mit einem Vorspiel im Foyer – und bildet einen  fließenden Übergang zur Aufführung mit musikalischen Elementen, Tanz und allerhand Überraschungen. Auf diese Weise entsteht ein konzentriertes Musiktheater, das Purcells Barockoper nicht aktualisiert, sondern ihre emotionale Kraft im Zusammenspiel mit zeitgenössischen Ausdrucksformen freilegt – sinnlich, direkt und gegenwärtig.

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